Hottinger Literaturgespräche

24. September – 25. Oktober 2019

Gesprächsreihe zu Schweizer Autorinnen und Autoren
Hottinger Literaturgespräche

Unter dem Motto «Tot, aber lebendiger denn je …» geht die monatlich am Neumarkt stattfindende Gesprächsreihe mit wechselnden Gästen über grosse Autorinnen und Autoren des 20. Jahrhunderts in die dritte Runde.

Peter Stamm und Hannes Binder über die Heidi-Schöpferin Johanna Spyri

In «Heidi» liess die Zürcher Stadtschreiber-Gattin Johanna Spyri 1880 ihre Sehnsucht nach einer heilen Welt spürbar werden. Und wer sich die vor nichts zurückschreckenden Bemühungen vor Augen führt, Heidi als Touristenattraktion zu vermarkten, wird mit Erleichterung das Buch zur Hand nehmen, in dem der Schriftsteller Peter Stamm und der Künstler Hannes Binder 2008 die Heidi-Geschichte neu erzählt haben. Sie haben jene Geschichte auf zwanzig nüchtern-ungekünstelte Textseiten und eine Bilderfolge in Binders unvergleichlicher, für einmal farbig kolorierter Schabkarton-Technik reduziert, die alles Kitschige und Sentimentale vermeidet. Im Gespräch mit den beiden wird es spannend sein zu erfahren, wie sie zu Johanna Spyri stehen, wie weit sie sich deren Anliegen noch verpflichtet fühlten und was sie ihrer Kinderbuchfigur zwischen Heidi-Musical, Heidi-Dörfchen und Heidi-Käse noch an Authentischem, Vorbildhaften oder vielleicht sogar Aktuell-Zeitgemässem zutrauen.

Konzept und Moderation: Charles Linsmayer

Thomas Hürlimann über Gottfried Keller

Zürich feiert 2019 den 200. Geburtstag von Gottfried Keller, der vierzehn Jahre lang erster Staatsschreiber des Kantons Zürich war und ein monumentales literarisches Werk hinterliess. Thomas Hürlimann, seit der Erzählung «Die Tessinerin» von 1981 nicht nur als Dramatiker, sondern auch als Erzähler eine der wesentlichen Stimmen seiner Generation, ist immer wieder auf Keller zu sprechen gekommen, am schönsten vielleicht 2009 in «Dämmerschoppen», der Erzählung über die Feier von Kellers 70. Geburtstag auf dem Bürgenstock. 2019 hat er zusammen mit Adolf Muschg den Gottfried-Keller-Preis erhalten und verantwortet ein Keller-Lesebuch, mit dem er brillant belegt, dass der Verfasser des «Grünen Heinrich» ebenso wenig aus Berlin nach Hause gekommen ist wie der Protagonist seines eigenen, 2018 erschienenen Romans «Heimkehr».

Konzept und Moderation: Charles Linsmayer

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Konzept und Moderation:
Charles Linsmayer
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