Nikolai Prawdzic

Dramaturgie

Was verlernt man am Theater?

Dass die Welt so ist, wie sie uns erscheint.

Was wolltest du als Kind einmal werden?

Archäologe! Nach anfänglichem Steine klopfen landete ich bei der Soziologie und später dann beim Theater. Irgendwie dasselbe, oder?

Wie verhältst du dich gegenüber Grenzen?

Begegnet mir eine, beäuge ich sie erstmal misstrauisch oder ignoriere sie. Wenn’s sein muss, spring ich drüber. Ab und an freunden wir uns an – wenn sie wieder mal ausufernde Komplexität reduziert, mir einen freien Abend gönnt oder verunsichert nach dem Weg fragt.

Woran glaubst du?

Die Aufklärung.

Hat Dich die Vernunft je enttäuscht?

Wenn ich den Politolog*innen unseres Landes zuhöre, wie sie nach dieser und jener Abstimmung das Schweizer Stimmvolk rühmen, wie mündig/pragmatisch/besonnen/vernünftig es wieder mal vom Wahlzettel Gebrauch gemacht habe – dieser neutralen Aussenperspektive die Deutungshoheit zugestehend – dann: jeden Abstimmungssonntag.

Wofür gibst du dich hin?

Sturm und Drang und Dringlichkeit!

Biografie

Nikolai Prawdzic, geboren 1989, ist als Dramaturg tätig und Teil des Theaterkollektivs SHIFT. Er arbeitete als Regieassistent am Schauspielhaus Zürich sowie als Dramaturgieassistent am Luzerner Theater. Neben seiner künstlerischen Arbeit ist er auch politisch aktiv und leitete unter anderem als Politischer Sekretär und Mediensprecher mehrere Kampagnen zu nationalen Volksabstimmungen. Er hat Studienabschlüsse in Soziologie und Dramaturgie.

Nikolai Prawdzic