Dunkler Frühling

nach der Erzählung von Unica Zürn


«Was werden die anderen Kinder sagen, wenn ich tot bin? Und die Lehrer. Wird man mich vermissen? Und was wird er sagen? Wird er es überhaupt wissen, wenn ich tot bin?»

Unica Zürn, Schriftstellerin, Künstlerin und Surrealistin, schöpfte Zeit ihres Lebens aus dem Unbewussten, dem poetischen Dunklen und ihrem eindringlichen kraftvollen Schreiben. Die Protagonistin ihres Romans «Dunkler Frühling» ist am Ende tot. Das 12-jährige Mädchen stürzt sich aus dem Fenster. 
Auch die Autorin von «Dunkler Frühling» ist tot. Unica Zürn hat sich aus dem Fenster gestürzt, nachdem sie ihr letztes Schriftstück veröffentlichte.

In dem Bühnenstück «Dunkler Frühling» imaginiert sich das 12-Jährige Mädchen die Trauerzeremonie nach ihrem Suizid: Angehörige und Freund:innen kommen zur Beerdigung zusammen, vermissen und erinnern sie, versuchen zu verstehen: 
Wie konnte es dazu kommen? Wer war ihr nahe und wie? Wer hat sie wirklich gekannt? Wie wollen wir sie erinnern? War ihr Schmerz nicht zu spüren? Wäre ihr Suizid zu verhindern gewesen? Wer ist schuld? Oder sind das die falschen Fragen? 
Zwischen Erinnerungen, Anekdoten und Erklärungsansätzen wanken die Mutter, der Vater, die besten Freundinnen, der Bruder und der Angebetete wie durch einen Fiebertraum. Sie begeben sich in die Welt des Mädchens, in die vermeintlich unschuldigen Kinderspiele, die ersten sexuellen Phantasien und Begierden und versuchen sich an einer Rekonstruktion der Ereignisse, bis die Schöpferin des Mädchens selbst erscheint. 
Unica Zürns Leben war ein Seiltanz zwischen Begierde und Abgrund. Lange galt sie als Geheimtipp. Ihr autobiographisch geprägter Kultroman «Dunkler Frühling» von 1967 wird nun im Frühling 2024 von Yana Eva Thönnes & Team wiederentdeckt.


Sprache Deutsch
Dauer 70 Minuten

Aufführungsrechte Merlin Verlag, Gifkendorf

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Die Vorstellung thematisiert sexualisierte Gewalt und Suizid.

Beratungsstellen für sexualisierte Gewalt: 
Frauenberatung sexuelle Gewalt
Opferberatung Zürich
CASTAGNA Beratungs- und Informationsstelle

Suizidprävention:
Prävention und Gesundheitsförderung Kanton Zürich
Suizidprävention Kanton Zürich

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Mit

David Attenberger, Challenge Gumbodete, Melina Pyschny, Claire Vivianne Sobottke

Produktionsteam

Regie & Textfassung: Yana Eva Thönnes

Bühne: Dominic Huber

Kostüme: Katharina Pia Schütz

Dramaturgie: Tine Milz

Harfe: Marina Mello

Regieassistenz: Sophia Senn

Ausstattungsassistenz: Noé Wetter

Regieassistenz / Mitarbeit Musik: Paul Grimshaw

David Attenberger

Challenge Gumbodete

Melina Pyschny

Yana Eva Thönnes

Dominic Huber

Tine Milz

Marina Mello

Sophia Senn

Noé Wetter