Milky Diamond, Klamydia Von Karma
30.11.26 / 19:00
Girls, get ready. Sartres Klassiker Huis Clos dient den Regisseur*innen Klamydia von Karma und Milky Diamond als Grundlage für eine – sagen wir – lose Inspiration, die uns anstatt des höllengleichen Hotelzimmers in den Backstage eines glamourös schäbigen Drag-Clubs in Zürichs Unterwelt führt: der DEVIANT DISCO. Umgeben von einer Wundertüte aus Substanzen, Sekreten, Sextoys, schmutzigen Spiegeln, wie flamboyantem Rausch, wird die Fehde zwischen der jungen, aufstrebenden Queen Klamydia und der alternden Legende Milky plötzlich von einem namenlosen Muskelpaket unterbrochen. Es bleibt ihnen kaum Zeit, sich zu fragen, was denn wer Heterosexuelles hier sucht, da erscheint ihnen auch schon eine Dämon*in.
Das charismatische Teufelchen stellt sich als DD vor und teilt den dreien mit, dass sie leider tot sind. Besser noch, in die Hölle gekommen. Heaven is homophobic, my loves. Drum sind sie nun in DDs HellBnB eingebucht, bis zum Ende aller Tage. Wenigstens 24/7 Roomservice, na immerhin. Aus der anfänglichen Panik entwickelt sich eine Reihe verspielter Eskapaden zwischen dem ungleichen Trio: ganz viel Drama, Gesangseinlagen, Gloryholes, einem guten Schuss Grössenwahn, wie ein (vielleicht nicht ganz freiwilliges) Coming-out.
Oh, the vanity, the wigs, the pink! Als schliesslich der Alpenschnee nicht mehr brennt und der Champagner fahl geworden ist, der Genuss und das Blingbling verebben, taumeln aus der aufgeriebenen Langeweile immer mehr unangenehme Wahrheiten an die Oberfläche, denn der schüchterne Muskelprotz aus Luzern hat mehr von den beiden Queens zu verbergen als zuerst gedacht.
In dem Sinne: beat your face, put on your best dress – wir sehen uns in der DEVIANT DISCO.



